Mini PC: MSI Cubi N im Test

MSI hat seit geraumer Zeit mit den Cubis eine Serie kleiner und leistungsfähiger PCs im Programm. Der Cubi N ist eine Art abgespecktes Einstiegsmodell mit einem Alleinstellungsmerkmal – es ist komplett lautlos! Kann es im Test überzeugen?

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Cubi N: Mini-PC mit Atom-Celeron-Mix

Wir hatten schon einige MSI Cubis im Test (Übersicht), zuletzt den Cubi-W3205U2GXXDX10M mit Intels Broadwell-Prozessorgeneration. Für den aktuellen Test haben wir uns das etwas günstigere Cubi-N-System bestellt, das auf einem Intel Braswell N basiert – daher auch das N im Namen. Die genaue Produktbezeichnung lautet BN31502GXXDX10MB.

Herzstück des kleinen und kompakten PCs ist ein Intel Celeron N3150, der mit recht gemächlichen 1,6 GHz getaktet ist. Ist das Wärmebudget nicht erschöpft, kann der Vierkern-Prozessor einzelne Kerne auf bis zu 2,08 GHz beschleunigen. Die vier Kerne greifen auf recht knapp bemessene 2 MByte Cache zu. Braswell steht bei Intel für eine Anfang 2016 eingeführte Architektur, welche die Lücke zwischen den sehr langsamen Atom-Prozessoren und den schnelleren, aber stromhungrigeren „normalen“ Celeron-Prozessoren schließen soll. Die CPUs basieren auf der Airmont-Architektur, die wiederum eine Weiterentwicklung der bisherigen Atom-Architekturen Saltwell und Silvermont darstellt. Vermarktet werden die Chips als Atom, Pentium und eben Celeron.

Als Grafikbaustein kommt bei diesem Prozessor eine „HD Graphics“ zum Einsatz. Die Grafiklösung kommt in mehreren Variationen auch in aktuellen Oberklasse-Prozessoren zum Einsatz. Für den Mini-PC wäre eine solche Leistung aber überdimensioniert und so haben wir es im Cubi N mit einer etwas abgespeckten Version zu tun. Die GPU taktet mit 0,3 GHz (Burst: 0,6 GHz) und kann auf 12 Ausführungseinheiten zurückgreifen. Das ist ausreichend für die Wiedergabe von 4K-Filmen, neuere Spiele werden damit aber nicht funktionieren. Generell ist die Grafik sinnvoll konfiguriert und passt gut zum ausgewählten N3150-Prozessor.

Weitere Ausstattung und Layout

In der von Amazon angebotenen Variante kommt der MSI Cubi N zusammen mit einer 32 GByte großen SSD, die via mSATA angeschlossen ist. Es bleibt aber noch Platz für eine zweite SSD, die man auch braucht, wenn es nicht bei ausgewählten Aufgaben bleiben soll. Ebenfalls in dieser Variante gibt es 2 GByte DDR3-RAM dazu, auch dieser ist aufrüstbar und lässt sich auf bis zu 8 GByte erweitern.

Daneben gehören die wichtigsten Anschlüsse zur Standardausstattung: USB 3.0 (4x), HDMI, WLAN und Gigabit-LAN sind an Bord. Bluetooth allerdings wird nicht unterstützt, ein SD-Kartenleser wäre evtl. auch noch nützlich gewesen. Das Gehäuse ist in mattem schwarz gehalten.

Mit Abmessungen von 11,6 x 11,2 x 4,4 Zentimetern bleibt der Cubi-N-Mini-PC so kompakt, dass er problemlos hinter einem Monitor befestigt werden kann. Dafür gibt es eine so genannte Vesa-Halterung, die viele Anwender vom Flachbild-Fernseher aus dem Wohnzimmer kennen dürften. Die Vesa-Maße sind standardisiert und es gibt mehrere Größen, unter anderem eine für Mini-PCs. Fast jeder Monitor hat auf der Rückseite entsprechende Bohrungen, man muss dann nur noch den mitgelieferten Vesa-Mount-Adapter am Bildschirm montieren.

Der Cubi N kann sogar zwei Monitore ansteueren – neben dem HDMI-Port bringt der Mini-PC nämlich auch noch einen analogen VGA-Anschluss mit; allerdings ist hier die Bildqualität gerade auf größeren Bildschirmen etwas schlechter als bei einer rein digitalen Übertragung via HDMI. Für hohe Auflösungen, etwa 4K, muss es aber ohnehin der HDMI-Anschluss sein, da nur dieser entsprechende Pixelzahlen unterstützt.

Leistung und Alltagseinsatz

Wie bei fast allen Mini-PC reicht die Leistung der Kernkomponenten zum Arbeiten aus; es sind beim Cubi N aber doch noch einmal deutliche Leistungseinbußen im Vergleich zu größeren (und teureren) Mini-PCs, etwa einem Intel NUC oder dem Cubi aus gleichem Hause, zu verzeichnen. Das Arbeiten geht mitunter sehr zäh von der Hand, was vor allem an dem recht langsamen Prozessor liegt. Auch eine Speicheraufrüstung dürfte an diesem Umstand nicht allzu viel ändern.

Die auf dem Papier schnelle SSD kann im Praxistest auch nicht viel retten, im Gegenteil: In manchen Szenarien wirkt es, als würde der Mini-PC lange auf Daten vom Massenspeicher warten, der mit seinen 32 GByte auch noch äußerst knapp bemessen ist. Schon das mitgelieferte Windows 10 Home (64 Bit) belegt einen Großteil des Platzes, so dass der kleine Rechner kaum flexibel nutzbar ist. Wer nicht gerade Linux einsetzen möchte, wird um die Anschaffung eines zweiten Datenträgers kaum herumkommen. Auch ein Arbeitsspeicher-Upgrade auf 4, besser noch auf 8 GByte ist dringend zu empfehlen (und auch nicht teuer).

Kommen wir zu den Stärken des PCs: Ein Highlight ist die absolut lautlose Kühlung. Da es sich um einen Atom-/Celeron-Prozessor handelt, muss die CPU nicht mit einem separaten Lüfter gekühlt werden. Das Kühlkonzept geht in der Praxis auch auf; der Mini-Rechner bleibt im alltäglichen Betrieb handwarm und selbst bei der 4K-Videowiedergabe neigt er nicht zur Hitzeentwicklung – hier zahlt sich auch die integrierte Videoeinheit (HEVC/H.265-tauglich) aus, die sich um die Dekodierung des Videosignals kümmert und den Prozessor nicht zusätzlich belastet.

Mit der geringen Leistung und Wärmeentwicklung geht auch eine sehr niedrige Leistungsaufnahme einher. Wir haben im Test 8,7 Watt im Leerlauf und 21,2 Watt unter Volllast gemessen. Im „Wohnzimmer-PC-Betrieb“ (Videos, Musik, Internetradio wiedergeben etc.) pendelte der Verbrauch zwischen 12 und 16 Watt.

Einsatzmöglichkeiten und Preis-Leistungs-Verhältnis

In der getesteten Konfiguration eignet sich der Mini-PC am besten für den Betrieb als Multimediazentrale in Wohnzimmer, Partykeller oder als Musikmaschine in Kneipen etc. Geringe Kosten, nicht nur bei der Anschaffung, und der Verzicht auf einen Lüfter qualifizieren den Cubi N für den Dauerbetrieb. Auch das schicke Gehäuse spricht für einen Einsatz als Multimedia-Zentrale.

Bei der Forenrecherchefielen uns einige Erfahrungsberichte auf, in denen von „Freezes“ (also „hängenden“ Rechnern) die Rede war. Dies soll vor allem in Verbindung mit dem Energiesparmodus auftreten. In unserem Test (mit aktuellem BIOS) konnten wir dieses Verhalten aber nicht nachvollziehen.

Wer ernsthaft mit dem Gerät arbeiten will, und dies nicht nur ab und zu tun möchte, sollte unbedingt Speicher und Festplatte/SSD ausbauen – oder besser gleich zu einem leistungsstärkeren PC greifen. In der getesteten Konfiguration kostet der Cubi N knapp 180 Euro – ein fairer und durchaus günstiger Preis. Immerhin ist der PC im Gegensatz zu anderen Barebone-Systemen sofort startklar.

Den Cubi N gibt es auch in einer zweiten Variante, dann mit einem Pentium N3700. Der basiert ebenfalls auf der Braswell-Architektur und arbeitet auch mit 1,6 GHz, der Turbomodus reicht aber bis 2,4 GHz. MSI liefert hier zusätzlich 4 GByte RAM sowie eine 1-TByte-Platter-Festplatte mit. Diese Variante kostet knapp 300 Euro.

Fazit: MSI Cubi N im Test

Man muss sich im Klaren darüber sein, dass der MSI Cubi N nur für begrenzte Einsatzzwecke zu gebrauchen ist.Als Musik-Zentrale? Perfekt. Als Medienserver? Top. Als Videorekorder im Wohnzimmer? Auch supi. Für alle anderen Aufgaben lautet unser Tipp: Investieren Sie ein paar Euro mehr und greifen Sie zu einem Intel NUC oder einem vollwertigen Mini-PC aus unserer Bestenliste.

Bilder folgen

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Noch einmal die wichtigsten Daten im Überblick:

  • Lautlos
  • Niedriger Energieverbrauch
  • Windows 10 Home anbei (64 Bit)
  • Kompakter Formfaktor, hübsches Design
  • 4x USB 3.0
  • WLAN
  • Mäßige Leistung
  • Zu kleine SSD
  • Wenig Arbeitsspeicher (RAM)

Ressourcen zum Mini-PC:

Video zum MSI Cubi N (kein Test)

(Preis zum Testzeitpunkt, kann mittlerweile höher sein, Bildquelle: Amazon/MSI)