Welches Zubehör lohnt sich für den eigenen Mini-PC? Gibt es Tipps zur Erhöhung der Geschwindigkeit? Wie kann ich Festplattenplatz sparen und erweitern? Diese und weitere Tipps zum Praxiseinsatz eines Mini-PCs finden Sie hier.

SSD einbauen

Bild von Jemimus

Einige Mini-PCs setzen auf besonders kompakte SSDs im mSATA-Format Bild von Jemimus

Richtig schnell wird Ihr Mini-PC erst mit einer SSD (Solid State Disk). Die kleinen Festplatten erhöhen nicht nur das Arbeitstempo merklich, sie ermöglichen auch eine schnellere Windows-Startzeit. Für die Inbetriebnahme ist ein Betriebssystem ab Windows 7 empfehlenswert, da erst ab dieser Version die TRIM-Funktion aktiviert ist, welche verhindert, dass Ihre SSD mit der Zeit immer langsamer wird. Ansonsten benötigt Ihr Mini-PC einen freien SATA-Anschluss. Dieser muss mindestens die Versionsnummer II tragen. Besser ist SATA III. Damit ist Ihre SSD deutlich schneller. Informieren Sie sich, ob Ihr Mini-PC das Aufrüsten einer SSD erlaubt und ob es technisch möglich ist. Bei Stick-PCs ist das Aufrüsten Prinzipiell schwierig möglich. Manche Hersteller verbieten schon das Öffnen des Gehäuses unter Androhung von Garantieverlust.

Der Knackpunkt beim Einbau ist bei Mini-PCs meistens der Platz. SSDs werden in der Regeln in den Größen 2,5 bis 1,8 Zoll vertrieben. Vor dem Einbau sollten Sie dringend die Stromverbindung unterbrechen (den Netzsetcker ziehen). Dann gilt es, das Gehäuse des Mini-PCs zu öffnen. Mit einem mSata-Slot können Sie eine SSD direkt einstecken. Ist das nicht der Fall, legen Sie die SSD in den entsprechenden Festplattenslot. Passt die Größe nicht, können Sie einen Einbaurahmen erwerben. Schrauben Sie nun die SSD mit den beiliegenden Schrauben fest. Jetzt können Sie die SSD mit einem Sata-Kabel und einem Stromstecker des Netzteils fertig anschließen. Aktivieren Sie außerdem nach Einbau im Bios den AHCI-Modus, damit Ihre neue Festplatte richtig erkannt wird.

Festplattenplatz erweitern

Eine SSD zeichnet sich häufig nicht gerade durch viel Platz aus. Viele Mini-PCs haben dafür alternative Möglichkeiten, den Festplattenplatz zu erweitern. Einige Modelle haben einen MicroSD-Slot, in den Sie MicroSD-Karten einsetzen können. Entsprechende Karten mit 64 Gigabyte gibt es im Handel bereits ab 20 Euro.

Festplatten-Speicherplatz ist bei Mini-PCs meist knapp (Bild: shutterstock)

Festplatten-Speicherplatz ist bei Mini-PCs meist knapp (Bild: shutterstock)

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung einer externen Festplatte. Als Anschluss dient in der Regel ein freier USB-Anschluss. Besonders für große Datenmengen wie Fotos, Musik oder Filme eignet sich der externe Speicher, da so schnell mehrere Terabyte Speicherplatz geschaffen werden können. Je größer die Datenmengen, desto wichtiger ist es aber, dass Mini-PC und Festplatte den aktuellen USB-3.0-Modus (noch besser: USB 3.1) unterstützen. Der ältere USB-2.0-Standard ist nicht mehr empfehlenswert und mit aktuellen Festplattengrößen schlicht überfordert. Schon das Kopieren einiger HD-Filme kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen.

Für gehobene Ansprüche kann auch ein eigener Datenserver die richtige Anschaffung sein. Wird ein Gigabit-Netzwerk verwendet, so limitiert nur noch die interne Festplattenmechanik (bei Platter-basierten Festplatten). Wichtig ist aber, dass alle Netzwerkkomponenten von der Quelle bis zum Ziel den aktuellen Gigabit-Standard unterstützen. Bei fast allen getesteten Mini PCs war dies aber der Fall.

Mehr Daten können in die Cloud ausgelagert werden. Da viele Parteien hier um die Gunst der Nutzer buhlen, gibt es entsprechend viele Gratisangebote. Wer viele Daten in die Cloud packen will, der zahlt pro Terabyte nur wenige Euro pro Monat.

Geschwindigkeit erhöhen durch mehr Arbeitsspeicher

Viele Mini-PCs erlauben ein Arbeitsspeicher-Upgrade. Das ist besonders interessant, da nicht wenige Mini-PCs mit nur zwei Gigabyte ausgestattet sind. Das ist für den flüssigen Betrieb ausreichend, solange sie nur jeweils ein rechenintensives Programm gleichzeitig geöffnet haben.

Für gewöhnlich setzen Mini-PCs auf eine kleinere Version Arbeitsspeichers, die in Notebooks zum Einsatz kommt. Sie erkennen diesen Speicher in der Produktbezeichnung an den Buchstaben SO-DIMM.

Sinnvolles Mini-PC-Zubehör

Je kleiner der PC, desto weniger Anschlussmöglichkeiten finden sich. Zwar gibt es mittlerweile drahtlose Alternativen wie Bluetooth, aber nicht jeder besitzt entsprechende Geräte. Um die Zahl der USB-Anschlüsse zu erhöhen, empfiehlt sich ein USB-Hub. Dieser macht aus einem USB-Anschluss mehrere USB-Anschlüsse. Gute USB-Hubs bekommen Sie ab zehn Euro.

Gerade für das Streamen von Musik hat sich Bluetooth als sehr beliebt erwiesen. Hat Ihr Mini-PC kein Bluetooth, können Sie den neuen Drahtlos-Standard 4.0 einfach nachrüsten. Bluetooth-USB-Adapter gibt es ebenfalls ab rund zehn Euro.

WLAN ist für die meisten Mini-PCs essentiell. Zwar haben viele Geräte WLAN bereits integriert, manche verzichten jedoch aus Preisgründen darauf. In diesem Fall müssen Sie keine Panik bekommen. Auch WLAN können Sie einfach nachrüsten. Einen WLAN-USB-Adapter mit und ohne Antenne bekommen Sie ab knapp acht Euro. Ist die WLAN-Quelle weiter entfernt, sollten Sie auf einen WLAN-Stick mit Antenne setzen. Ansonsten benötigen Sie diese nicht zwingend.

Wollen Sie Ihren Mini-PC als Fernsehreceiver verwenden, benötigen Sie einen TV-Stick. Digitales Antennenfernsehen (DVB-T) können Sie für rund 15 Euro per USB nachrüsten. Für Satelliten- oder Kabelempfang per USB müssen Sie mehr als 50 Euro ausgeben.

Mehr Zubehörempfehlungen finden Sie auch in unserer Rubrik Zubehör.

DVD- und Bluray-Laufwerk

Für ein DVD oder Bluray-Laufwerk ist in einem Mini-PC kein Platz. Ein Laufwerk können Sie aber auch extern anschließen. Für rund 15 Euro können Sie ein externes DVD-Laufwerk erwerben, etwas mehr als das Doppelte fällt für ein Bluray-Laufwerk an. Auch diese Geräte werden für gewöhnlich per USB angeschlossen. Webcams, Eingabegeräte wie Maus und Tastatur oder externe Cardreader stehen ebenfalls häufig auf der Wunschliste von Mini-PC-Enthusiasten.

Trotz teilweise mangelhafter Erweiterbarkeit der Mini-PCs lässt sich also jede Menge aus den kompakten Geräten herausholen. Durch geschicktes Erweitern und Aufrüsten können Sie so den kleinen PC auf Ihre eigenen Bedürfnisse optimieren.

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