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Test: Zotac Zbox CI323

Innerhalb der Nano-Reihe von Zotac will der CI323 (auch: CI323NANO-BE) vor allem mit einem günstigen Preis bei anständiger Leistung punkten. Geht die Rechnung auf?

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Kompakt, kompakter, Zotac

Ein besonderes Merkmal der Nanoreihe ist die äußerst kompakte Bauform mit minimalen Abmessungen. Der komplette Mini PC ist in einem kleinen Kästchen untergebracht, das kleiner als manches Netzteil ist. Im konkreten Fall betragen die Seitenlängen 12,7 Zentimeter, die Höhe liegt bei knapp sechs Zentimetern. Somit passt der Rechner in fast jede Schublade und natürlich auch – mithilfe einer speziellen Befestigung – bequem hinter dem Monitor.

Ebenso wie der Zotac CI520 verzichtet auch der CI323 vollständig auf eine aktive Kühlung; es sind folglich keine Lüfter und keine Geräusche wahrnehmbar. Erkauft wird die Stille mit vergleichsweise hohen Betriebstemperaturen, die bei einigen Anwendern offensichtlich zu Abstürzen führen. Der Mini PC sollte daher nicht direkt in der Sonne arbeiten (wie es beim Betrieb an der Rückseite eines Monitors leicht passieren kann) und vor allem im Sommer an einem relativ kühlen Ort aufgestellt werden.

Technische Ausstattung und Leistung

Die CI323-Box setzt auf einen Intel Celeron Prozessor als zentrale Recheneinheit; sie ist damit deutlich weniger leistungsfähig als der CI520-Mini-PC, gleichzeitig aber natürlich auch günstiger. Für die alltäglichen Rechenaufgaben und natürlich auch das Surfen im Internet ist die Rechenleistung des kleinen Zotac-PCs aber allemal ausreichend (dazu später mehr).

Die Ausstattung ist zeitgemäß und offenbart kaum Schwächen. So gibt es drei USB 3.0 Anschlüsse, einen drei in eins Kartenleser, zweimal Gigabit LAN sowie WLAN nach dem aktuellen N Standard und Bluetooth in der Version 4.0. Was fehlt, ist ein Anschluss für M.2-SSDs; diese lassen sich nur mit einem entsprechenden Adapter nutzen (M.2 ist eine kompakte Version des Standard SATA-Anschlusses für Festplatten und SSDs).

Vorsicht: In der von uns getesteten und verlinkten Version fehlen die Festplatte und der Arbeitsspeicher — diese müssen sie getrennt mitbestellen. Vor allem der Speicher kostet aber lediglich ein paar Euro und wer häufiger mit PCs zu tun hat, hat vielleicht auch noch eine ältere 2,5 Zoll Festplatte im Schrank, so dass man hier ein paar Euro sparen kann (übrigens lassen sich auch externe Festplatten verwenden, wenn man deren Gehäuse entfernt). Wenn Sie beide Komponenten nicht vorrätig haben, müssen sie ungefähr 70 Euro zusätzlich mit einplanen (50 Euro für eine ein Terabyte 2,5 Zoll Festplatte sowie 20 Euro für acht Gigabyte Arbeitsspeicher); der PC kostet dann knapp 230 Euro. Ein Betriebssystem wird übrigens ebenfalls nicht mitgeliefert, was aber in Zeiten eines kostenlos verteilten Windows 10 kein Problem darstellen dürfte.

Leistung und Unterhaltskosten

Kommen wir zu den wichtigsten Parametern eines Mini PCs: der Leistung und dem Stromverbrauch. In beiden Disziplinen schneidet der Zotac CI323 sehr gut ab. Unter Volllast nimmt der Mini PC rund 40 Watt Leistung auf, im Leerlauf sind es weniger als zehn Watt. Da der kleine Rechner komplett auf Lüfter verzichtet, wird diese Energie nahezu komplett in Wärme umgewandelt – dies sollten Sie im Hinterkopf behalten und gegebenenfalls für eine zusätzliche Kühlung sorgen.

Die Rechenleistung ist für einen PC dieser Klasse vollkommen ausreichend. Für alle täglichen Aufgaben wie das Surfen im Internet, aber auch das Transkodieren von Filmen, ist der Rechenzwerg bestens geeignet. Stellt man keine allzu großen Ansprüche, kann man damit sogar ältere Spiele in brauchbarer Qualität zocken. Natürlich wird es aber für den neuesten Blockbuster nicht reichen.

Die gefühlte Geschwindigkeit lässt sich noch einmal deutlich steigern, wenn sie statt einer Platter-basierten Festplatte auf einen aktuellen SSD-Speicher setzen; damit reagiert und startet der ganze Mini PC deutlich schneller.

Probleme im Test

In manchen Konfigurationen zeigt sich der Zotac CI323 Mini PC etwas wählerisch. So berichten beispielsweise manche Anwender von Abstürzen mit bestimmten Speichermodulen (es werden maximal acht Gigabyte und zwei Module unterstützt). Solchen Problemen können Sie vorbeugen, indem Sie den Mini PC mit einem einzelnen acht Gigabyte Speichermodul bestücken – ganz ausschließen lassen sich Probleme aber nie.

Läuft der CI 323 trotzdem noch nicht wie gewünscht, sollten Sie sich als erstes um die Kühlung kümmern. An einem schattigen Ort oder – noch besser – im Luftzug eines ohnehin rotierenden Ventilators bleibt das schwarze Gehäuse deutlich kühler und der PC im Betrieb stabiler.

Hilft alles nichts, schicken Sie den Mini PC am besten zurück und probieren es gegebenenfalls mit einem Ersatzgerät. Achten Sie außerdem darauf, welche Komponenten tatsächlich geliefert werden; in Einzelfällen wichen die Beschreibung im Shop von der tatsächlich verbauten Hardware ab. Einen Überblick über die verwendete Hardware enthalten sie mit Tools wie CPU-ZHWinfo oder dem System Information Viewer.

Fazit: Zotac Zbox CI323 im Test

Der Zotac Zbox CI323 Mini PC ist ein sehr gut performender Rechner zum Kampfpreis. Die Tatsache, dass Festplatte, Arbeitsspeicher und Betriebssystem fehlen, ist nur auf den ersten Blick ein Nachteil; vor allem der Einbau einer SSD erlaubt es, die subjektive Geschwindigkeit dramatisch zu erhöhen. Wir einen kleinen PC mit viel Leistung sucht, findet hier den richtigen Rechner.

Eine preiswerte Alternative ist übrigens der ZOTAC ZBOX-BI320-E auf Basis eines Celeron – das Barebone-System kostet nur etwas mehr als 100 Euro, ein Test hier bei Mini-PC-Tests.de ist in Vorbereitung.

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Noch einmal die wichtigsten Daten im Überblick:

    • Sehr preiswert
    • Lautlos (kein Lüfter verbaut)

Niedriger Energieverbrauch

  • USB 3.0
  • Gute Leistung (Vierkern-Prozessor, aber Celeron)
  • Teils hohe Wärmeentwicklung
  • Kein Betriebssystem
  • Keine Festplatte und kein Speichermodul mitgeliefert

Ergänzende Ressourcen zu dem Mini-PC:

Video-Test zum Zotac Zbox nano CI540 [en]

(Preis zum Testzeitpunkt, kann mittlerweile höher sein, Bildquelle: Amazon/Zotac)