Mini PC: Intel „NUC“ BOXNUC6i5SYH im Test

Wir hatten bereits einige NUC-PCs hier bei Mini-PC-Tests.de im Test. Das jüngste Modell ist der BOXNUC6I5SYH, der auf dem Stromspar-Prozessor Core i5 6260-U der aktuellen Skylake-Generation basiert. Kann auch er im Test überzeugen?

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Markt und Technik

Der PC-Markt hat in den vergangenen Jahren deutliche Einbußen hinnehmen müssen, konstant gingen die Umsätze beinahe jedes Jahr zurück. Dies hat vor allem Intel getroffen. Als Hersteller der wohl wichtigsten Komponente in einem Rechner, des Prozessors, hing man dort direkt von den Verkaufszahlen von Desktops, später Notebooks und Servern ab.

Doch aus der Not hat man bei den kalifornischen Unternehmen eine Tugend gemacht: Intel verdingt sich seit einigen Jahren selbst als PC-Hersteller, allerdings nicht von normalen Desktop-PCs, sondern von kleinen und hippen Mini PCs. Diese werden unter dem Namen NUC vermarktet und konnten sich auf Anhieb einen Spitzenplatz bei Anwendern, Testern und der Fachpresse verdienen.

Einen großen Schwachpunkt haben die kompakten Rechner allerdings: Zwar können sie in nahezu allen Bereichen den vollwertigen Desktop-PCs das Wasser reichen – aber zum Spielen sind sie bis heute kaum zu gebrauchen. Einen Schritt, um auch dieses Defizit zu beheben, soll nun der NUC 6i5SYK machen. Er basiert auf der mittlerweile vierten NUC Generation (Codename „Swift Canyon„) und setzt zum ersten Mal einen Skylake Prozessor in Verbindung mit DDR4-Speicher ein.

Innere Werte und Ausstattung

Der Intel NUC NUC6i5SYH ist in zwei Varianten erhältlich. Neben dem hier getesteten NUC6i5SYH gibt es auch noch das Modell NUC6i5SYK („K“ statt „H“ am Ende), das exakt dieselben Komponenten verwendet, aber etwas niedriger ist und zwingend eine M.2-SSD benötigt, während das K-Modell auch mit einer „gewöhnlichen“ 2,5-Zoll-Festplatte läuft.

Der Prozessor ist ein Core i5 mit zwei Kernen und einer Taktfrequenz von 1,8 Gigahertz (im Turbomodus 2,7 GHz (zwei Kerne) bis 2,9 GHz (ein Kern)); auf dem Chip befindet sich zusätzlich eine Iris-540-Grafikeinheit, die auf 48 Ausführungseinheiten sowie 64 Megabyte Speicher zurückgreifen kann.

Wie bei den meisten Mini PCs üblich wird nur das Gehäuse inklusive einiger Komponenten mitgeliefert („Barebone“). Wichtige Teile wie die Festplatten (SSD), den Arbeitsspeicher (RAM) oder das Betriebssystem müssen sie hingegen selbst hinzukaufen. Auch Maus, Tastatur und Monitor sollten bereits vorhanden sein.

An Bord sind hingegen neben dem bereits erwähnten Prozessor und der integrierten Grafiklösung ein WLAN- Baustein nach dem aktuellen 802.11ac-Standard mit einer maximalen Bandbreite von 867 Megabit pro Sekunde, zwei USB 3.0-Buchsen, Gigabit LAN, Bluetooth sowie zwei Monitorausgänge (HDMI und Displayport). Übrigens lassen sich auch zwei Monitore parallel betreiben. Von den USB Buchsen lässt sich eine zum Laden von Handys und Tablets nutzen; die Besonderheit besteht schlicht darin, dass die Boxen auch bei ausgeschaltetem PC mit Spannung versorgt werden, eine ähnliche Funktion bieten mittlerweile die meisten Mini PCs.

Zusammenbau und Konfigurationstipps

Den Intel NUC 6i5 SYH mit Core i5 6520-U hat man schnell zusammengebaut; wie bei einem normalen PC lässt sich das Gehäuse öffnen und bitte dann Zugriff auf die offen liegenden Schnittstellen. Aufgrund der knappen Platzverhältnisse kann sich dies aber etwas fummelig gestalten. Der Speicher wird direkt aufs Mainboard gesteckt (im Grunde wie bei einem Desktop-PC, nur dass die kompakteren SO-DIMM– Module verwendet werden), die 2,5 Zoll Festplatte anschließend oben drüber platziert. Diese wird mit dem Gehäusedeckel verschraubt. Danach ist der Mini PC schon einsatzbereit.

Da der Mini Rechner kein DVD Laufwerk hat, erfolgt die Betriebssystem Installation in der Regel von einem USB Stick. Besonders einfach funktioniert das bei Windows 10 oder Linux-Distributionen. Auch Windows 7 lässt sich von einem USB Stick installieren, allerdings müssen Sie dabei dafür sorgen, dass USB 3.0-Treiber eingebunden sind – da es keine PS/2-Anschlussmöglichkeiten und auch keine USB 2.0-Ports gibt, haben Sie sonst keine Möglichkeit, den PC zu steuern. Alternativ lässt sich ein externes DVD-Laufwerk verwenden, über das Sie dann auch USB3.0 Treiber installieren können.

Das BIOS des NUC Mini PCs ist ähnlich aufgebaut und umfangreich wie das eines Desktop PCs. Natürlich sollte es auch aktualisiert werden, was Sie am besten direkt nach dem Start durchführen sollten. Aktuell ist die BIOS Version 0055, diese haben wir auch für unsere Tests verwendet.

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Die Performance

Im Office Alltag macht der kleine PC eine gute Figur. Nur selten stößt man an die Grenzen der CPU, gelegentlich macht es sich bemerkbar, dass nur zwei Kerne (und nicht vier wie bei vielen Desktop Prozessoren) zur Verfügung stehen. Dies ist aber vor allem bei synthetischen Benchmarks zu beobachten, wo der Core i5-6260U Skylake vergleichsweise niedrige Werte erreicht. Zusätzliche Prozessorkerne fallen bei solchen Benchmarks unverhältnismäßig stark ins Gewicht (Cinebench, Truecrypt-Bench etc.). Im Praxiseinsatz machten sich die zwei Kerne aber kaum negativ bemerkbar.

Die meisten Käufer eines Mini PCs werden diesen wohl als Multimediazentrale und/oder digitalen Videoplayer verwenden. Und wie schneidet der NUC-PC hier ab? Um es gleich vorwegzunehmen: Bei der Wiedergabe von allen Test-Filmen und -Videos erreichte der kleine Intel Rechner Bestwerte. Dies dürfte zum einen auf die Leistung der integrierten Grafik, zum anderen aber auch auf die Anbindung von aktuellem DDR4-Speicher zurückzuführen sein. Wir können den NUC uneingeschränkt für alle Multimedia Aufgaben empfehlen.

Der Intel NUC 6i5SYK soll laut Intel auch zum Spielen zu gebrauchen sein. Dieses Versprechen haben wir mit einer Reihe aktueller Spiele geprüft. Den ersten Test haben wir mit Battlefield 4 gemacht, einem relativ aktuellen schulte, der nicht allzu anspruchsvoll ist, was die Hardware betrifft. Der NUC Mini PC erreichte hier durchschnittlich etwas mehr als 30 Fps bei mittleren Qualitätseinstellungen. Dabei gab es jedoch immer wieder mal Aussetzer, die den Spielfluss störten. Man kann diese verringern, indem man noch niedrigere Bildqualitäts-Einstellungen verwendet, aber gerade das sollte ja mit einem Spiele-tauglichen PC nicht nötig sein.

Weit größere Probleme traten bei anderen Spielen auf, und das ist auch nicht wirklich überraschend. Schon bei den Desktoplösungen mit integrierter Grafik hatte Intel in den vergangenen Jahren immer wieder mit Treiberproblemen zu kämpfen. Auch das ist aber keine Überraschung und unter anderem der Tatsache geschuldet, dass der Platz für Grafikeinheiten auf dem Prozessor begrenzt ist. Die integrierte Grafik gibt es außerdem zum Nulltarif, AMD und NVIDIA können hier naturgemäß viel mehr bieten.

Zu den Spielen, die praktisch unspielbar waren, zählten unter anderem Fallout 4 und Star Wars Battlefront. Während bei Letzterem zumindest die Framerate einigermaßen spielbar war, ging unter Fallout 4 so gut wie gar nichts. Bei beiden Titeln gab es aber immer wieder massive Bildfehler, die auf Treiberprobleme zurückzuführen sind und zum Testzeitpunkt nicht beseitigt wurden.

Lautstärke und Stromverbrauch

Die Leistungsaufnahme des NUC PCs ist gemessen an der Leistung gut bis sehr gut. Im Leerlauf genehmigt sich der kleine Rechner knapp zehn Watt, bei anspruchsvolleren Aufgaben wie dem Abspielen von Videos haben wir im Test bis zu 20 Watt gemessen. Unter Volllast, also bei Benchmarks oder in Spielen, erreichte der Intel Mini PC eine maximale Leistungsaufnahme von knapp 46 Watt. Der Stand-By-Stromverbrauch liegt bei etwas weniger als zwei Watt.

Bei nahezu allen Aufgaben ist der Lüfter des Prozessors unhörbar; er dreht meist in einem Bereich zwischen 2000 und 3000 Umdrehungen, was in dem Gehäuse kaum wahrnehmbar ist. Erst nach ein paar Minuten Volllast Betrieb vernimmt man ein lauteres Sirren, die Drehzahl erreicht dann 4500 Umdrehungen pro Minute. Die Lautstärke des Minis ist also gut bis sehr gut. Wer jedoch einen komplett lautlosen PC sucht, muss zur Konkurrenz greifen, wo es komplett lüfterlose Mini PCs gibt. Als aktuelle Empfehlung wären der MSI Cubi N oder der Slim PC Ultrasilent zu nennen.

Bei der Temperatur liegt der NUC PC im oberen Bereich des Testfeldes. Das ist nicht weiter kritisch, da der Lüfter automatisch geregelt wird und gegebenenfalls für mehr Luft und damit eine bessere Kühlung sorgt. Allerdings kann es passieren, dass der Prozessor bei ständiger Volllast seine Taktfrequenz reduziert bzw. den Turbomodus seltener oder gar nicht benutzen kann. Das Gehäuse wurde je nach Einsatzzweck handwarm bis heiß. Sie sollten daher auf jeden Fall darauf achten, dass der Mini PC nicht komplett abgeschottet (beispielsweise in einer Schublade) platziert wird, sondern nach Möglichkeit Frischluft bekommt. Außerdem sollten Sie das Wärmeleitpad an der Innenseite des Gehäuses nicht entfernen. Diese sorgt dafür, dass die SSD und damit auch der gesamte Innenraum des Mini PCs deutlich kühler bleiben.

Fazit: Intel NUC BOXNUC6i5SYH im Test

Intel findet sich mit den NUC PCs zu Recht auf den Spitzenpositionen wieder. Die Rechner punkten mit sehr guter Leistung bei sehr geringer Lautstärke und niedrigem Stromverbrauch. Kaum ein Rechner bietet ein besseres Gesamtpaket, wenn man mit dem Mini PC etwas mehr machen will als nur Filme zu schauen. Wer mit weniger Leistung auskommt oder einen unhörbaren PC braucht, findet bei den anderen getesteten Mini PCs aber bessere Alternativen.

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Noch einmal die wichtigsten Daten im Überblick:

  • Sehr gute Leistung (für diese Geräteklasse)
  • Für manche Spiele zu gebrauchen
  • Relativ preiswert
  • Schönes und kompaktes Gehäuse
  • USB 3.0, WLAN und Bluetooth schon an Bord
  • Leise
  • Strom sparend
  • In der H-Version zwei Festplatten nutzbar
  • Moderate bis hohe Wärmeentwicklung

Ergänzende Ressourcen zu dem Mini-PC:

Mehr Bilder in Kürze

Video zum Intel NUC BOXNUC6i5SYH Mini-PC ([en] Kein Test, Bauanleitung)

(Preis zum Testzeitpunkt, kann mittlerweile höher sein, Bildquelle: Amazon/Intel)