Mini PC: Testbericht Intel NUC mit Core i3

Intels erster Mini-PC mit einem Core-i3-Prozessor der siebten Generation präsentiert sich als flinker Helfer im Büro. Aber ist seine Leistung so bahnbrechend, dass  man den ersten NUC mit Kaby-Lake-Prozessor haben muss? Unser Test hilft bei der Entscheidungsfindung.

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Die Ausstattung

Der Intel NUC 7I3BNH i3 ist wie alle NUC-Modelle mit einem „H“ am Ende des Namens die etwas höhere Version, in diesem Fall sind es 51 Millimeter Höhe im Vergleich zu 35 Millimeter in der K-Version. Das kennen wir bereits von den Vorgängern, etwa dem NUC6i3SYK (zum Test), dennoch macht der jüngste i3 Kaby Lake optisch einen etwas anderen Eindruck. So befindet sich jetzt der Power-Knopf auf der Frontseite – und verfügt zudem über eine Ring-LED, die sich in sieben verschiedenen Farben einstellen lässt. Die Seiten des Gehäuses sind nicht mehr silberfarben, sondern dunkelgrau. Dies ist kein rein visueller Effekt, es liegt schlicht am Material: Statt wie bislang aus Aluminium bestehen die Seitenteile nun aus Plastik. Die kratzempfindliche Kunststoff-Oberfläche wurde beibehalten. In dieser Hinsicht haben wir also keinerlei Verbesserung. Doch entscheidend ist ja das Innenleben des Mini-PCs.

Wie Kenner wissen, ist Intels NUC („Next Unit of Computing“) kein Komplett-PC, den man nach dem Kauf sofort starten kann. Bevor der Kleine zu voller Größe auflaufen kann, benötigt er noch Arbeitsspeicher und eine Festplatte bzw. SSD.

Neben den Kernkomponenten gibt’s zwei USB-3.0-Anschlüsse auf der Front-, zwei auf der Rückseite, einer davon für besonders schnelles Laden, ein HDMI-2.0-Anschluss, ein Gigabit-LAN, ein microSD-Karten-Slot und ein Infrarotempfänger. Der neue USB-C-Anschluss kann für Datenübertragung und als Displayport genutzt werden. Das Mainboard ist ein NUC7i3BNB mit zwei DDR4-Speichersteckplätzen.

Kaby-Lake-Verbesserungen

Viel interessanter ist allerdings, was bereits im i3 Kaby Lake drinsteckt – und das ist schon auch eine ganze Menge: Das wäre natürlich in erster Linie der verlötete Kaby-Lake-Prozessor, ein Core i3 7100U mit 2,4 GHz. Die Doppelkern-CPU bleibt mit einer TDP von 15 Watt recht kühl, da die Vorgänger-Architekturen Broadwell und Skylake aber ebenfalls im 14-Nanometer-Fertigungsprozesses produziert wurden, kann der neue Kaby Lake hier (noch) keine deutliche Verbesserung erzielen.

Dafür aber bei der Leistung: Dank einiger architektonischer Verbesserungen, unter anderem bei der Videowiedergabe, hat der neue deutliche Vorteile im Vergleich zu den Vorgängermodellen, beosnders bei dem Haupteinsatzgebiet von Mini-PC, nämlich dem Multimedia-Management im Wohnzimmer. Konkret enthält der Grafikbaustein jetzt Einheiten, welche die Wiedergabe von HEVC- und VP9-Material beschleunigen. Der Prozessor wird bei der Wiedergabe kaum noch belastet.

Die Grafik selbst ist eine HD 620 mit 24 Ausführungseinheiten; neben den erwähnten Videocodecs wird auch H.264 hardwareseitig unterstützt, ebenso wie der Kopierschutz HDCP.

Der Intel NUC mit Core i3 in der Praxis

Der Intel NUC mit Core i3 verlangt nach Windows 10 oder Ubuntu, das sich problemlos mit allen Treibern für die anderen Komponenten über das Intel Download Center installieren lässt. Für ältere Windows-Versionen und damit auch für WIndows 7, 8 oder 8.1 stellt Intel allerdingks keine Treiber mehr bereit. Doch nun zu den Testergebnissen:

Alle gängigen Office-Anwendungen erledigt der NUC mit Core i3 mit Leichtigkeit. Surfen im Internet macht richtig Laune, da sich alle Seiten ruckzuck aufbauen. Im Cinebench R15 schafft der Kaby-Lake NUC 259 Punkte, das ist achtbar, aber doch deutlich weniger als beispielsweise der aktuelle Spitzenreiter unserer Bestenliste, der Skull Canyon-NUC ii7KYK (704 Punkte), erreicht.

Der einzige Wermutstropfen ist Zockern vorbehalten: Bei PC-Spielen der neueren Generation sinkt der Spaßfaktor gewaltig. Hier bleibt nur die Wahl zwischen niedrigerer Auflösung oder einem Spielgefühl, das an die Pionierzeiten der Games erinnert. Aber das muss ein Mini-PC schließlich nicht können. Alles, wofür er gemacht ist, funktioniert wie am Schnürchen, natürlich auch die Videowiedergabe.

Im Vergleich zu einem Skylake merkt man aber nur hier und da ein kleines Performanceplus. Die (nicht vorhandene) Lautstärke ist ein großer Pluspunkt des Intel NUC mt Core i3. Man hört ihn praktisch gar nicht, außer bei stärkerer Belastung wie beispielsweise Games. Dann verschafft sich der Lüfter eindringlich Gehör. Bei allen Anwendungen, für die dieser Mini-PC gedacht ist, schnurrt er hingegen leise wie ein Kätzchen.

Fazit: Intel NUC Kaby Lake 7I3BNH i3 im Test

Der i3 Kaby Lake NUC ist der ideale Mini-PC für Anwender, die für wenig Geld eine gute Video-Leistung haben wollen. Der Leistungszuwachs gegenüber den Vorgängermodellen fällt allerdings zumindest mit aktuellen Benchmarks so gering aus, dass sich die Anschaffung nicht unbedingt lohnt. Wer einen der Skylake NUCs hat, sollte eher auf den Kaby Lake i5 oder i7 warten. Die Leistung unter Windows 10 ist ordentlich, stößt aber bei Games an ihre Grenzen: Nur mit niedriger Auflösung lässt sich – wenn überhaupt – ruckelfrei spielen. Für übliche Multimedia-, Office- und Internetanwendungen ist der Intel NUC i3 jedoch optimal. Vor allem als HTPC ist der NUC unser Tipp!

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Noch einmal die wichtigsten Daten im Überblick:

  • Recht gute Leistung bei allen Office-Anwendungen
  • Sehr leise
  • USB-C-Anschluss
  • Leicht stärkere CPU und GPU als bei Skylake
  • Kein Betriebssystem, keine Festplatte, kein Speicher

Ergänzende Ressourcen zu dem Mini-PC:

Leistungswerte im Überblick:

  • Ausstattung: 74%
  • Leistung: 78%
  • Platz 5 in der Bestenliste aller getesteten Mini-PCs

Video zum Intel NUC i3 (kein Test!)

(Preis zum Testzeitpunkt, kann mittlerweile höher sein, Bildquelle: Amazon/Intel); mehr Bilder in Kürze