Intel Compute Stick (STCK1A32WFC) im Test

Intel Compute Stick (STCK1A32WFC) im Test

 

Intel Compute Stick (STCK1A32WFC) im Test

Computer werden immer kleiner, also so richtig klein. Galt vor ein paar Jahren ein Laptop, den man täglich benutzt hat, als klein, stellen  heute Plug-and-go-PCs wie der Intel Compute Stick alles in den Schatten.

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Man nehme alle für einen Windows-PC erforderlichen Komponenten, schrumpfe sie so, dass sie auf einen Stick passen, der nicht viel größer ist als ein Päckchen Kaugummi – fertig ist der Intel Compute Stick. Mit ihm wird jedes moderne Display – egal, ob Fernseher, Monitor oder Projektor –  zum PC. Alles, was einen HDMI- und einen Stromanschluss hat, ist geeignet. Einfach einstecken, und los geht’s.

Der gut 130Euro teure Intel Compute Stick, ein kompakter, tragbarer PC, der vom Aussehen an einen Roku Streaming Stick oder den Amazon Fire TV Stick erinnert,  verfügt über einen eingebetteten Quad-Core-Prozessor mit 1,33 GHz Intel Atom Z3735F (auch als Bay Trail-T bekannt), 2 GB RAM und 32 GB internen Speicher. Es gibt integrierte 802.11n Wi-Fi-, Bluetooth 4.0-Konnektivität, einen USB 2.0-Anschluss und einen Micro SD-Steckplatz, der Karten für bis zu 128 GB für zusätzliche Speichererweiterung unterstützt. Ach ja, und eine Kopie von Windows 8.1 zum Booten. Das alles gibt es für satte 130 Euro. Wenn man bedenkt, dass man in vergangenen Zeiten  an die 2000 Euro investiert hat, um einen PC derartig auszustatten …

Die Ausstattung

Wo ist der Haken? Das Speichervolumen ist im Vergleich zu großen PCs etwas schwach. Daher nutzt man den Intel Compute Stick am besten in Kombination mit externen Geräten und Cloud-Diensten, um Dateien auszulagern. Es gibt keinen verdrahteten Ethernet-Port, und auch wenn  802.11n sehr leistungsfähig sind, ist es nicht gerade das Schnellste auf dem Markt. Dafür haben wir im Intel Compute Stick einen zuverlässigen Intel-Atom-Prozessor mit einer geringen Leistungsaufnahme.  Vergessen sollte man dabei auch nicht, dass ein Teil der Leistung in der Winzigkeit dieses PCs und im niedrigen Preis liegt.

Wer glaubt, dass er in diesem Rahmen nur eine abgespeckte Windows-8.1-Version erhält, wird angenehm überrascht sein: Es handelt sich um eine Vollversion des Microsoft-Betriebssystems, das Bing als Suchmaschine verwendet. Wenn man lieber standardmäßig mit Google sucht, lässt sich das durch einen einfachen Handgriff umstellen. Oder man deinstalliert Windows 8.1 und installiert ein anderes Betriebssystem. Die Käufer haben Anspruch auf ein kostenloses Update, sobald die neueste Windows-Version auf den Markt kommt.

Linux-Fans werden begeistert sein, dass der Intel Compute Stick auch als SKU (STCK1A8LFC) mit Ubuntu erhältlich ist. Diese Variante ist sogar etwas günstiger als der Windows-Stick, hat aber nur 1 GB RAM und 8 GB internen Speicher.

Versendet wird der Intel Compute Stick in einer cleveren Verpackung, die Tastenanschlüsse und Netzschalter frei lässt, so dass man den Stick binnen weniger Sekunden in Betrieb genommen hat. Mitgeliefert werden ein USB-Netzteil, ein HDMI-Verlängerungskabel,  eine umfassende Kurzanleitung zur Geräteanbindung und Details zur ebenfalls im Lieferumfang enthaltenen McAfee Antivirus Plus-Software.

Intel Compute Stick: erste Schritte

Der Intel Compute Stick ist logischerweise schnell angeschlossen. Man sollte jedoch beachten, dass man keinen Strom über den HDMI-Anschluss beziehen kann. Außerdem wird ein Verbindungskabel zwischen dem 5V-Micro-USB-Stromanschluss am Gerät und der Stromquelle benötigt.

Im Test hat der Strom über die 5V-0.5A-USB-Anschlüsse eines Samsung-Fernsehers nicht ausgereicht, um den Intel Compute Stick zu betreiben. Beim Hochfahren hat sich der Stick bereits wieder abgeschaltet. Deshalb ist es ratsam, das mitgelieferte Netzteil zu nutzen, das zudem auch noch sehr handlich ist.

Bei den kleinen Abmessungen ist es empfehlenswert, eine Tastatur über die USB-2.0-Buchse anzuschließen.  Hervorragend eignet sich dafür beispielsweise das Logitech K400 Wireless Keyboard mit Touchpad. Da der Compute Stick über Bluetooth verfügt und so direkt mit dem PC verbunden werden kann, bleibt der USB-2.0-Anschluss für externe Eingabegeräte frei. Prima Kombinationspartner für den Stick sind zum Beispiel auch ein USB-Hub wie der Anker Unibody Aluminium 3-Port USB 3.0 und Gigabit Ethernet Hub, zusätzliche USB-Ports und eine Gigabit-Ethernet-Verbindung zum Booten. Wenn alles eingestöpselt ist, ähnelt das Ganze zwar einem elektrischen Versuchsaufbau, aber es funktioniert alles bestens.

Der Intel Compute Stick im Einsatz

Das Einrichten des Intel Compute Stick funktioniert wie bei jedem anderen Windows-PC: Sie starten direkt in einem Windows-Konfigurationsassistenten, konfigurieren einige Benutzervoreinstellungen für Datenschutz und Updates – und fertig. Wie bereits erwähnt läuft der Intel Compute Stick unter Windows 8.1 mit Bing. Es lassen sich keine wesentlichen Unterschiede zwischen dieser SKU und einem ersten Update von Windows 8.1 feststellen.

Wie macht sich dieser Klein-Computer in der Praxis? Die Leistung ist in Ordnung, wenn man die Größe und den niedrigen Stromverbrauch bedenkt. Der Intel-Atom-Z3735F-Prozessor ist schnell überfordert, wenn man ihm zu viele Arbeitsprozesse gleichzeitig aufhalst. Dann wird der aufreizend langsam. Behält man jedoch die Geduld und mutet dem Kleinen die Aufgaben nur einzeln nacheinander zu, wie es seiner Mini-Größe entspricht, hat man ein angenehmes Leben mit dem Intel Compute Stick.

Bei Netflix streamt der Intel Compute Stick die die neuesten High-Definition-Blockbuster im Angebot und funktioniert auch als Netzwerk-Media-Streamer, wenn man den aktuellen Kodi Media Player installiert. Der Intel Compute Stick mag zwar etwas schwachbrüstig sein, ist aber durchaus in der Lage, hochauflösende Filme von einem Heimserver zu streamen – sogar über das integrierte 802.11n Wi-Fi.

Im Internet surfen, E-Mail, Social Networking – alles in Ordnung und macht sogar Spaß mit dem dem Intel Compute Stick. Leichte Arbeiten wie Tabellenkalkulationen, Word-Dokumente, PowerPoint-Präsentationen? Kein Problem. Beim Tippen oder Arbeiten mit der Maus kann es jedoch gelegentlich zu Verzögerungen kommen. Das ist nicht weiter schlimm, kann Schnelltippern jedoch einiges an Geduld abverlangen, da es spürbare Pausen zwischen Anschlag und ausgeführter Aktion gibt. Da muss man sich wieder vor Augen führen, dass es sich eben um einen ganz kleinen Computer handelt. Und nein: Man wird auf diesem Gerät kein „Call of Duty“ spielen – genauso wenig wie man mit einem Ford Fiesta offroad fährt.

Wie gesagt erfordert die Nutzung des Intel Compute Sticks ein wenig Geduld und Verständnis. Versucht man beispielsweise etwas zu erledigen, während der Stick gerade eine App herunterlädt, wird man deutliche Verzögerungen spüren. Da muss man den Compute Stick erst die eine Aufgabe zu Ende bringen lassen, bevor man ihm die nächste zumutet. Dies ist freilich nicht das perfekte Computererlebnis, aber dafür ist das Gerät auch nicht gemacht. Für Notfälle, Abrufen von Informationen und schnelle Zwischendurcharbeiten unterwegs hingegen ist der Intel Compute Stick bestens geeignet. Da macht das kleine Gerät vor allem auch in Anbetracht seines geringen Preises einen wirklich guten Job.

Performance

Da die Leistung des Intel Compute Sticks nicht mit der eines großen PCs mithalten kann, mögen manche Benchmarking in diesem Fall für Zeitverschwendung halten. Aber es gibt auch viele Nutzer, die Objektivität bevorzugen. Deshalb ein paar harte Fakten: Beim Betrieb der Geekbench 3-Suite erzielt der Intel Compute Stick einen Single-Core-Wert von 705 und einen Multi-Core-Score von 2147. Damit ist das Gerät unter den leistungsschwächeren Prozessoren wie mobilen Geräten und älteren Desktop-CPUs platziert.

Fazit: Intel Compute Stick im Test

Der Intel Compute Stick ist ein kleiner PC mit einigen Einschränkungen. Wenn man mit diesen umzugehen weiß, hat man einen hervorragenden Backup-PC für unterwegs oder für kürzere Internetsitzungen und zum Streamen im Wohnzimmer.

Der wichtigste Aspekt des Intel Compute Stick ist allerdings seine zukunftsweisende Form. Er hat noch nicht alles, was man sich von einem Computer wünscht, ist aber auf dem besten Weg dorthin. Für seine gut 130 Euro kann man mit dem Intel Compute Stick aber jetzt schon eine Menge Spaß zum kleinen Preis haben. Nicht nur Nerds werden ihre Freude an dem PC im Taschenformat haben.

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Noch einmal die wichtigsten Daten im Überblick:

  • Deutliche Lüftergeräusche, aber erträglich
  • Betriebssystem Windows 8.1 oder Windows 10
  • Stromversorgung erfolgt über mitgeliefertes Netzteil
  • Sehr praktische, kleine Form
  • Eingeschränktes Anwendungsfeld

Ergänzende Ressourcen zu dem Mini-PC:

Video-Test zum Intel Compute Stick

(Preis zum Testzeitpunkt, kann mittlerweile höher sein, Bildquelle: Amazon/Intel). Wir haben den STCK1A32WFC getestet; dieser ist aber nicht mehr verfügbar, weshalb wir auf dessen Nachfolger verlinken.

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